Fünf Jahre lang wurden die "Bruchstücke" des KZ-Überlebenden Binjamin Wilkomirski, 1995 in Frankfurt/Main erschienen, als Klassiker der Shoa-Literatur gefeiert. Ihre Entlarvung als skandalöse Fälschung ging durch das internationale Feuilleton. Für die Offenlegung der Fakten und den beharrlichen Kampf um ihre Bekanntmachung steht ein Name: Der des Schriftstellers Daniel Ganzfried.

Durch seine dokumentarische Erzählung wird auf überaus spannende Weise deutlich, wie bekannte Institutionen und respektable Persönlichkeiten der Fälschung des Bruno Doessekker alias Binjamin Wilkomirski erst zum Durchbruch verholfen haben und mit welchen Mitteln sie ihre Aufdeckung verhindern wollten. Ohne Schonung benennt Ganzfried die Verantwortlichen.

Ganzfried´s "Razzia im Holocaust-Zirkus" (St. Galler Tagblatt) öffnet ein Fenster ins Innere eines Kulturbetriebes, in dem die Instanz der Kritik und der Debatte längst der Korruption, Lüge und dem Opportunismus gewichen sind. Daniel Ganzfried hat einen Thriller aus dem Kulturleben geschrieben.

Neben Ganzfried äußern sich in diesem Band zu einem der fatalsten Literatur-Skandale der 90er Jahre auch Philip Gourevitch, Lorenz Jäger, Imre Kertész, Ruth Klüger, Claude Lanzmann, Rafael Newman, Elsbeth Pulver, Hans Saner, Wanda Schmid.